Dienstag, 23. Juli 2013

... ein Held


...musste her. Die wachsenden Wollvorräte an "wäller Wolle" müssen im nächsten Schritt für das Spinnen vorbereitet werden. Und er da wird mich dabei unterstützen.

Diese Kardiermaschine kommt aus den Niederlanden und ist , im Vergleich zu anderen Herstellern, zu einem erschwinglichen Preis zu haben. Auf seiner Schwester dem Bliss-Spinnrad habe ich auch schon probegesponnen. Beide Kardiermaschine und Spinnrad sind solide verarbeitet. Es macht richtig Spaß mit gutem Handwerkszeug zu arbeiten.






Hero kam mit einer Reinigungsbürste, einem Abnehmdorn und 2 Schraubzwingen zur Befestigung an der Tischplatte. Ich muss sagen, er macht seine Arbeit hervorragend. Müsst' ich bloss nicht arbeiten gehen....

Vermutlich wiederhole ich mich, aber ich könnt' mich den ganzen Tag mit Wolle, Färbereien, Spinnereien und dem Stricken der selber produzierten Garne beschäftigen.

Sonntag, 14. Juli 2013

...Zeitreise

Wir kommen gerade zurück aus dem schönen Rheintal. Wir haben den Geburtstag meiner Mutter gefeiert. Die Gute, sie sammelt mit Leidenschaft Dinge. Vieles aus alten Zeiten, mit vielen Erinnerungen und Geschichten. Zu fast allem kann sie erzählen.
So zog Sie gestern ein Tuch aus Ihren Schätzen und sagte: "Kannst du dich daran erinnern? Das hast du mir mal gehäkelt."

Wir haben dann mal überlegt wie alt ich gewesen sein könnte. Vermutlich so zwischen 9 und 11 Jahre alt war ich wohl damals. Alle zu dieser Zeit im Haus befindlichen Wollreste wurden zu diesem Dreiecktuch verhäkelt. Es sollte ein Geschenk für meine Mutter sein. Mir ist nur in Erinnerung geblieben, dass es nicht zum geplanten Ereignis (Geburtstag oder Weihnachten) fertig wurde und ich es erst im folgenden Jahr verschenken konnte.

Dass es am Ende so riesig wurde, ist ihre Schuld. Sie gibt zu mich aufgefordert zu haben: "Ach Ute, mach noch eine Reihe, ich muss mich darin doch einwickeln können!"

Es lag lange Zeit griffbereit im Gartenhäuschen und hat an so manchen Sommerabend seinen Zweck erfüllt.

Nun habe ich es von ihr zurück bekommen um damit die kühlen Sommerabende genießen zu können.

Danke MAMA!


Mittwoch, 10. Juli 2013

...Frikkelei

Für ein Gemeinschaftsprojekt eine kleine Flunder: Die Süße ist schnell gestrickt, aber bei den Augen bin ich mal wieder an meine Grenzen gestoßen. Noch kleiner will ich nichts stricken. Das macht mir definitiv keinen Spaß. Dieses kleine Vieh kann man mit den kleinsten Resten Nadeln. Ich habe 4fach Sockenwolle verstrickt.
Die Anleitung findet ihr hier (klick)!



Montag, 8. Juli 2013

...Kirschblätter, Blutbuche und Färbeginster

..manchmal überschlagen sich die Ereignisse im Leben, dann muss man Prioritäten setzen. Leider habe ich aus eben diesem Grund mein Blog die letzten Wochen sehr vernachlässigt. Dafür habe ich jetzt ganz viel nachzuholen. Denn auch wenn ich, beruflich bedingt, abends keine Lust mehr hatte an der Rechner zu gehen, so kann ich meine Finger nicht von meiner Wolle und den Färbetöpfen lassen.

Zuerst waren die wilden Triebe unserer Sauerkirsche dran. Gepflückt, Blätter zerschnippselt, Stengel geschält und ab in den Topf. Zuerst habe ich enttäuscht in denselben geschaut. Auch nach einer Nacht einweichen war die Färbeflotte nichtssagend fad. Deshalbe wanderte ein guter Schuss Essigessenz dazu.
Das führte zu....nichts! O.k. dachte ich mir, mit Waschsoda neutralisiere ich den Kram, mal sehen was passiert. Die Färbebrühe wurde dunkel und dann habe ichs gewagt. Wow, ob ich das jemals so nochmal hinbekomme? Das Ergebnis ist ein wunderschöner rötlicher Braunton.

Das Grün habe ich mit den Blättern einer Blutbuche gefärbt und das leuchtende Gelb kommt aus dem Färbeginster den ich bei einer Wanderung am Wegesrand gefunden habe. (Sockenwolle 75/25 gebeizt mit Alaun)

Samstag, 6. Juli 2013

...Wäller Wolle

habe ich bekommen. Meine Wollsucht habe ich leider nicht im Griff. So habe ich im Nachbarort die frisch geschorene Wolle vom Bauern bekommen. Die Schafdamen vom Sonnenhof sind ein Merino-Schwarzkopf-Mix und haben robuste aber total weiche Wolle.

Die Vliese habe ich gut vorsortiert, die Wolle ist aber eh sehr sauber. Trotzdem flog alles rund um Po und Bauch auf den Kompost. Jetzt kann ich zwei Umzugskartons Rohwolle waschen und färben. 

Die ersten Waschversuche mit billigem Haarshampoo sind vielversprechend verlaufen. Da Faulheit bekanntlich scharf denkt habe ich im letzten Waschgang gleich gefärbt.

Meine neuen Handkarden, gekauft beim Spinntreffen beim Wollschaf, mussten dann die ersten Kardierversuche bewältigen. Nach ein paar Anfangsschwierigkeiten und mehreren youtube-Videos hatte ich dann doch irgendwann den Dreh raus.

Die kardierte Wolle ist nach dem Spinnen und waschen schön flauschig.

Die erste Wolle habe ich ungefärbt versponnen, mit sich selber verzwirnt und mit meinem Knäuelwickler (ich besitzte seit neuestem einen von Ylle) gewickelt. 

Da ich schon so viel über Knäuelfärbungen gehört hatte musste ich das auch dringend ausprobieren. Und was soll ich sagen: Es ist eine Heidenarbeit aber es lohnt sich .

Wäller Wolle: 115 Gramm, 210 Meter